Saugut!

 Im Discounter ist das Kilogramm Fleisch schon für unter fünf Euro zu haben, bei Jochen Bodemer muss man mindestens 14 Euro berappen. Dennoch sind Schnitzel oder Krustenbraten bei ihm schnell vergriffen. Die Erfolgsgeschichte eines schwäbischen Biobauern.
Schweinemast
Statt eines Namens hatte das Rind nur eine Schlachtnummer. Ein Stück von 1028 hat sich Jochen Bodemer gerade auf die Schulter gewuchtet. Hinterviertel, groß und blutig. Es ist früher Samstagmorgen, draußen ist es neblig und kühl, im Schlachthaus eisig. Bodemer hängt die Fleischkeule an einen blanken Haken. An seiner Metzgerschürze bleibt ein roter ­Abdruck zurück. Vor zwei Tagen stand 1028 noch bei ihm im Stall. Zwei Jahre lang hat er das Rind großgezogen.
Erschienen in der Stuttgarter Zeitung 22. April 16