Eine Meldung und ihre Geschichte

Warum ein fünfjähriges Mädchen aus Ohio, das zu erblinden droht, den Papst traf

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Am Tag be­vor sie den Papst tref­fen soll­te, saß Eliz­a­beth My­ers, fünf Jah­re alt, Spitz­na­me Liz­zy, im Ter­mi­nal des gro­ßen Flug­ha­fens von Chi­ca­go und wein­te. Der Flie­ger in Rich­tung Rom hat­te ge­ra­de ohne sie und ihre Fa­mi­lie ab­ge­ho­ben, und Liz­zy be­griff, dass sie zu spät zur Au­di­enz auf dem Pe­ters­platz kom­men wür­den. Für das Mäd­chen aus Lex­ing­ton, Ohio, war der Papst, der „gro­ße Mann mit dem wei­ßen Haar und dem wei­ßen Hut“, ähn­lich ge­heim­nis- und ver­hei­ßungs­voll wie der Weih­nachts­mann. Und nun fiel die Be­sche­rung aus. Doch spä­ter, im Ho­tel­zim­mer, wa­ren die Trä­nen schnell ver­ges­sen, sie mampf­te Piz­za, der Dis­ney Chan­nel lief.Nur ihre El­tern, Chris­ti­ne und Ste­ven My­ers, gräm­ten sich. Sie fürch­te­ten, Liz­zys Lis­te der Er­in­ne­run­gen wür­de um ei­nen wich­ti­gen Ein­trag är­mer aus­fal­len.


DER SPIEGEL 21/2016